14. Oktober 2000

Die deutsche Suchmaschine WITCH zensuriert - auch die IOZ-homepage!

In ihrem letzten Newsletter brüstet sich WITCH damit, Internetinhalte zu zensurieren.

IOZ nahm dazu wie folgt Stellung:

Woher nehmen Sie die Kompetenz, ohne Gerichtsurteil, an einem ordentlichen rechtsstaatlichen Verfahren vorbei, "mit Hilfe der
Behörden", sprich irgendwelchen Bürokraten, zu beurteilen, was im Web veröffentlich werden darf und was nicht?
Sind wir jetzt wirklich schon so weit, dass Computerleute und Verwaltungsbürokraten zu beurteilen haben, was gesagt werden darf und was nicht? Oder wollen Sie sich damit einfach auf billige Weise das Mäntelchen von Ethik und Seriosität umhängen?
Bitte denken Sie darüber ernsthaft nach.
Mit freundlichen Grüssen
Vereinigung Internet ohne Zensur IOZ

Die Antwort von WITCH:

Guten Tag Herr Kessler,
natuerlich haben SIE Recht! Was kuemmert es schon wenn Leute Bilder ins Netz stellen wo Maedchen juenger als 10 Jahre vergewaltigt werden, wo Auslaender, Juden und Andersfarbige massiv beschimpft und mit Ausrottung bedroht werden... Hoffentlich haben Sie keine Tochter und reisen niemals in fremde Laender!
Ihre URL werden wir in witch loeschen.
Beste Gruesse Lutz Karolus, SpeyerNet AG

Darauf antwortete IOZ wie folgt:

Wenn die von Ihnen hier geschilderten Sachverhalte zutreffen, ist es Aufgabe der Justiz, dagegen einzuschreiten. Wir sind gegen Selbstjustiz, denn das ist jedenfalls noch schlimmer als blosse Worte und Bilder. Was dahinter steckt und wie diese zustande gekommen sind, können Sie ja nicht mehr beeinflussen. Es besteht deshalb keine Notwehrsituation, welche eigenes Handeln am ordentlichen Rechtsweg vorbei rechtfertigen würde. Es ist aber typisch für Zensoren, dass sie ihre Tätigkeit mit den krassesten
Beispiel rechtfertigen. In der Praxis fühlen sie sich dann berechtigt, alles Missliebige in eigener Kompetenz zu zensurieren, indem sie einfach behaupten, das sei rechtswidrig - wie dieser Fall einmal mehr zeigt: Die Zensur der IOZ-homepage durch WITCH, obwohl auf diese homepage keine Kinderpornografei zu sehen ist, auch nicht zur Ausrottung von Juden und Andersfarbigen aufgerufen wird und überhaupt nichts Rechtswidriges enthält, sondern leidiglich eine ernsthafte Verteidigung grundlegender Menschenrechte, nämlich der Meinungsäusserungs- und Informationsfreiheit sowie des Rechts auf ein faires Verfahren vor einem rechtmässigen, unabhängigen Gericht. Die Zensoren von WITCH machen es wie alle selbsternannten Zensoren: Sie rechtfertigen ihre Tätigkeit mit erfundenen krassen Beispielen, um die Zustimmung der Öffentlichkeit zu gewinnen, und zensurieren dann in der Praxis alles, was ihnen nicht gefällt

MfG
Erwin Kessler, IOZ

 

Nachtrag vom 12. Februar 2001

- Siehe Beitrag im Forum
- Mit dieser Zensur macht WITCH Gratiswerbung für die zensierten Seiten: www.vgt.ch/forum/forum_2001-1.htm#witch


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