5. Juli 2000

Suchprogramm Google auch in Sachen Filter vorbildlich

Kürzlich hat uns ein Leser darauf aufmerksam gemacht, dass mit Google auch gesperrte Seiten geöffnet werden können. Google bietet zwar für schwache Gemüter Inhalts-Filter an. Wie wir abgeklärt haben, kann der Benützer diesen aber selber ein- oder ausschalten, dh Google zwangszensuriert nicht einfach die ganze Internet-Community, wie das gewisse andere Anbieter von Suchprogrammen (serach engines) machen.

Zum Thema "Filerung" hat uns folgender Bericht von internetworld.de erreicht:

Wie lückenhaft derzeit erhältliche Filtersoftware arbeitet, konnte man vor kurzem bei der Suchmaschine Google beobachten. Das Unternehmen testete eine Search Engine mit eingebautem optionalen Filter für "inappropriate adult content", sprich Porno, wie das eZine CNet berichtet. Aber auch wenn der Filter aktiviert war, servierte die Suchmaschine dem Surfer immer noch eine satte Dosis pornografischer Bilder, die oft unter Schlüsselwörtern mit nicht sexueller Bedeutung katalogisiert waren. "Der Filter hält viele brisante Bilder zurück, aber er kann nicht garantieren, daß all diese Inhalte aussortiert werden," beschreibt Google die Funktionsweise der Kontrollsoftware auf seiner Web-Site. "Es gibt keinen Weg zu garantieren, daß 100 Prozent der Inhalte aus den Suchergebnissen entfernt werden." Derzeit kann die Filter-Software nur mit der Sprache Englisch benutzt werden.

Google ist nicht das einzige Unternehmen, daß die Sisyphosarbeit auf sich nimmt, pornografische und andere Anstoß erregende Inhalte aus seinen Suchergebnissen auszusortieren. Software-Firmen, die sich mit Bilderkennung beschäftigen, geben außerdem zu, daß die Technik immer noch unzureichend arbeitet. Filter liefern ungenaue Ergebnisse, die zudem eine große Rechenleistung erfordern.

Während also die IT-Firmen daran arbeiten ihre Kontrollsoftware zu
verbessern, ist das Image ihres Produkts keineswegs unumstritten. Google
führt an, "sensible" Nutzer schützen zu wollen, während Altavista die Filter als unverzichtbar für sein Produkt ansieht.

"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, darum wollen wir, daß die Filter zu unseren Grundeinstellungen gehören," beschreibt Pressesprecherin Kristi Kaspar von Altavista die Bedeutung der Software für ihr Unternehmen. "Viele Kunden benutzen unsere Suchmaschine in der Schule. Daher ist es ein großes Problem für uns, wenn wir Kunden aus dem Bildungssektor keine familientauglichen Filter anbieten können," so Kaspar.

Während auf der einen Seite aber die Rufe nach Filtern immer lauter
werden, setzen andererseits nur wenige Nutzer die Kontrollsoftware wirklich ein. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen der wahrgenommenen Nachfrage am Markt und der wirklichen Nutzung der Filter. Auf unseren Portal All The Web' benutzen 98,6 Prozent der Surfer die Bildsuche ohne den Filter zu aktivieren," erzählt Tom Wilde von der norwegischen Firma Fast Search & Transfer aus Oslo. Das Unternehmen liefert die Search Engines für Lycos.com und andere Internet-Portale.

Trotzdem will Google weiter an der Verbesserung der Betaversion seiner
Filtersoftware arbeiten. Aber Firmenmitarbeiter gaben zu, daß die Aufgabe gewaltig ist. "Es gibt eine Menge Pornos im Web. Wenn diese Inhalte sich alle an einer Stelle im Web befänden, wäre es einfach, sie herauszufischen, aber Pornos sind überall. Zudem ist unklar wie Pornografie für den Google-Filter definiert werden soll."


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