21. März 2003

Ein von der WELTWOCHE unterdrückter Leserbrief zum Artikel "Ruth Metzler: Ich, ich, ich und mein Departement"

Bundesrätin Ruth Metzlers Geringschätzung der Verfassung

Ob Bundesrätin Ruth Metzler das Scheitern des Asylabkommens mit Senegal angelastet werden kann, weiss ich nicht. Aber ihr Hang zum Absolutismus - ich, ich, ich bin der Staat, nicht nur das Departement - ist beängstigend. Das grundrechtliche Verbot staatlicher Zensur interessiert sie nicht. In einem persönlichen Brief an mich hat sie die Zensur-Tätigkeit ihres Bundesamtes für Polizei, welches ohne gerichtliches Verfahren die Sperrung von Internetseiten erzwingt, ausdrücklich befürwortet. Gewaltentrennung und verfassungsrechtliches Zensurverbot sind offenbar für die Juristin und Justizministerin Metzler Fremdwörter. Das halte ich für staatsgefährdender, als die in den Medien gerne kritisierten Eigenheiten ihres Stils.

Erwin Kessler


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