18. November 1999
München. - Im Prozess wegen der Verbreitung von Pornografie im Internet hat das
Landgericht München einen ehemaligen Compuserve-Manager freigesprochen. Das Gericht
urteilte am Mittwoch, der frühere Deutschland-Geschäftsführer des Online-Dienstes
Compuserve, Felix Somm, habe nur die Möglichkeit gehabt, beim US-Mutterhaus die Sperrung
der entsprechenden Seiten zu fordern. Dies habe Somm auch getan. "Mehr war ihm nicht
zuzumuten", sagte der Vorsitzende Richter. Kritisch äusserte sich das Gericht zur
fehlenden gesetzlichen und technischen Handhabe, die Verbreitung von strafbarer
Kinder-Pornografie im Internet zu verhindern.
Somm war im Mai des vergangenen Jahres wegen Verbreitung von Pornografie im Internet zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldbusse von rund 82 000 Franken verurteilt worden.
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