21. November 1999
Internet-Zensur jetzt auch durch Diax - zwölf sites gesperrt
ZÜRICH - Nach IP-Plus (Bluewin, Datacomm), Sunrise und
SwissOnline hat letzte Woche auch der Internet-Provider Diax zwölf Internet-Homepages mit
rassistischen Inhalten gesperrt. Diax-Sprecher Reto Zurflüh bestätigte entsprechende
Informationen der SonntagsZeitung. Laut Zurflüh handelt es sich dabei um eine
«provisorische Sofortmassnahme». Die ausschliesslich rassistischen und antisemitischen
Inhalte dieser Internetangebote «widersprechen unserem Rechtssystem und gehören nicht
aufs Netz».
Der Diax-Sprecher machte deutlich, dass «Massnahmen dieser Art ungeeignet» seien, um
rassistische Inhalte aus dem World Wide Web zu verbannen. Zurflüh stellte den Vergleich
zur Paketpost her: «Wir transportieren Daten der Kunden über das Netz. Aber wir können
für den Inhalt dieser Daten keine Verantwortung übernehmen.» Anfänglich hatte Diax aus
Gründen der Medienfreiheit Vorbehalte gegen die Sperrung von Adressen. Doch, so Zurflüh:
«Jetzt wollen wir einmal ein Zeichen setzen.» Auch gegen die Homepage von Tierschützer
Erwin Kessler, gegen den auch schon wegen Rassismus ermittelt wurde, erwägt der Provider
jetzt «ernsthafte Schritte». Peter Knechtli
(aus der Sonntags-Zeitung vom 21.11.99)
Wer sich nicht durch private Willkür-Zensur bevormunden lassen will, der steigt nicht
über Swisscom, Sunrise oder Diax ins Web, sondern wählt einen der zahlreichen privaten
Internetprovider, welche keine private Zensur (ohne Gerichtsurteil) ausüben.
Providerverzeichnis demnächst auf der IOZ-Homepage.
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IOZ
URL: http://www.ioz.ch/news/991121.htm